Parkinsongruppe
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  • Harburger JuPa-Impressionen

Willkommen bei den JuPa's des Nordens - Seminar 2015

Am  9. Mai 2015 fand die zweite Informationsveranstaltung für die JuPa’s des Nordens in Hamburg-Harburg statt. Wie im Vorjahr wieder in der Asklepios-Klinik, allerdings in schicken neuen Räumen. Nach der kurzen Begrüßung durch die Landesbeauftragte Hamburgs, Beate Kahlau, trat  auch schon Prof. Dr. Töpper ans Mikrophon. Sein Thema war die Frage nach dem Beginn der L-Dopa-Therapie bei den im jungen  Lebensalter an Parkinson erkrankten Menschen. Er kam zu diesem Fazit:

●    Ziel ist die optimale Symptomkontrolle, die über kurz oder lang den L-Dopa Einsatz notwendig macht

●    entstehende Probleme müssen  entsprechend behandelt werden

●    bei starken Dyskinesien  hilft häufig die tiefe Hirnstimulation

 

Sein Vortrag endete mit dieser Aussage: 

Keine Panik vor L-Dopa!

 

 

An diesen Vortrag schloss sich ein Bericht über persönliche Erfahrungen mit der medikamentösen Behandlung des MP an.

Iris Sengstacke (54  Jahre alt), mittlerweile seit 19 Jahren an MP erkrankt, bestätigte mit ihren Aussagen in ihrem Bericht Prof. Töppers Aussagen. Ihre Devise lautet:

- einfach so gut wie möglich zu LEBEN 

und das natürlich

- so lange wie möglich.  

 D.h., eine medikamentöse Einstellung zu finden, die das auch zulässt.

Und dazu gehört einfach auch ein L-Dopa-Medikament.

 

Nach diesen beiden Vorträgen kam es zu vielen Fragen, die beide souverän beantworteten.

 

 

 

 

Nach einer Kaffeepause sollte eigentlich Prof. van Eimeren von der Kieler Uni antreten, aber er kam verkehrstechnisch aus Kiel nicht heraus.

 

So durften alle noch einen Vortrag von Prof. Töpper genießen. Er hat eine sehr erfrischende Art, sein Thema herüber zu bringen und es macht Spaß, ihm zuzuhören.

Sein zweiter Vortrag beschäftigte sich mit der „Künstlerischen Kreativität und Morbus Parkinson“. Er begann mit der Aussage, dass keine weitere neurologische Erkrankung dieses Phänomen der künstlerischen Kreativität hervorbringt und stellte die Frage „Was ist eigentlich künstlerische Kreativität?“

Antrieb, etwas zu schaffen + Fähigkeit, etwas (Neues) zu schaffen.

Seine Schlussfolgerung:

●    Viele Betroffene sind künstlerisch tätig

●    Bei wenigen Betroffenen spielt die künstlerische Tätigkeit eine so große Rolle, dass der Alltag vernachlässigt wird

●    Viele Betroffene sind sehr kreativ, es gibt aber keine spezifische Parkinson-Kunst

●    Kunst ist eine Möglichkeit für den Betroffenen, sich auszudrücken

 

 Hegel sagt:

Champagner bringt noch keine Poesie!

Töpper sagt:

Dopamin macht noch keinen Michelangelo!

 

 

Dann kam die Mittagspause. Sie wurde nicht nur zur Stärkung, sondern auch zum intensiven persönlichen Austausch genutzt. Man spürte förmlich diese Atmosphäre der Neugier, etwas Persönliches oder auch Nutzbringendes für sich mit nach Hause zu nehmen. Die Grundlagen dafür legten die Vorträge, deren Thematik durch die Referenten 1a umgesetzt wurde.

 

Nach der Mittagspause besteht ja immer so die Gefahr, dass die Augen doch ab und zu mal nach unten sinken. Ein Blick in die Runde  bewies das Gegenteil. Schuld waren das Thema und sein Referent, Prof. Dr. Leplow. Sein Thema bezog sich inhaltlich auf den ausgefallenen Vortrag. Aber als erfahrener Referent, ließ er das seine Hörerschaft nicht merken. Prof. Leplow hatte die Frage zu beantworten „Medikamentensucht – sind psychologische Maßnahmen die Lösung?“

Sein Fazit: Psychologische Maßnahmen sind ein Lösungsansatz von mehreren, die ineinander greifen müssen. Auch dieser Vortrag rief wieder viele interessante Fragen aus dem Auditorium hervor.

 

Nach der  letzten Kaffeepause und einem letzten Luftaustausch trat Frau Dr. Dipl.-Psych. Hollinde aus der Bad Segeberger Klinik ans Rednerpult. Auf eine sehr interessante Art und Weise setzte sie sich mit dem Thema „Reha statt Rente“ auseinander. Ihr Lösungsansatz lautete: Die Bedeutung von Sporttherapie und deren Verfahren bei (jungen) Menschen mit M. Parkinson.

 

 

 

Die Vorträge

1. Medikamentöse Behandlung des M.P. - wann sollte man mit L-Dopa beginnen?

Referent: Prof. Dr. Töpper, Asklepios - Klinik Harburg

2.  Meine persönlichen Erfahrungen mit der  medikamentösen Therapie - ein JuPa berichtet.

Referentin: Iris Sengstacke

3. Künstleriche Kreativität und M.P.

 Referent: Prof. Dr. Töpper, Asklepios - Klinik Harburg

4.Medikamentensucht – sind psychologische Maßnahmen die Lösung?

Referent: Prof. Dr. Leplow, Uni Halle/ S.

5. REHA statt Rente

Referentin: Fr. Dr. Hollinde, Bad Segeberg